Mo Diener

Die künstlerische Praxis von Mo Diener ist transdisziplinär und konzeptuell. Ihre Werke treten als mediale und performative Interventionen, raumgreifende Installationen und aktivistische Auftritte in Erscheinung. Ihre Praxis stützt sich inhaltlich auf langjährige Recherchen in zivilen, juristischen und historischen Archiven sowie auf Gespräche mit Mitgliedern der grössten in Europa lebenden Minderheit, den Roma – und mit den Jenischen in der Schweiz. Die Künstlerin arbeitet gegenwärtig an einem Werkkörper, der »Geschichte der Gegenwart / G L A M«, einem Tool, das unterschiedliche Formen von Wissen kartografiert und verortet. Es beschäftigt sich damit, blinde Flecken der sozialen, politischen und kulturellen Geschichte von Ausgrenzungen im Schweizerischen und Europäischen Raum zu bearbeiten. Kritische Daten dieser Recherchen werden in performativen bzw. raumgreifenden Interventionen und Videoprojekten sichtbar.
G L A M will dem statischen Umgang mit künstlerischen Ideen oder Objekten in Galerien, Bibliotheken, Archiven und Museen entgegenwirken. Es schlägt eine Dynamisierung vor, welche ein Werden von der Galerie zur Geografie, von der Bibliothek (Library) zur Freiheit (Liberty), vom Archiv zum Aktivismus und vom Museum zur Vielfalt (Multiplicity) anstrebt.

2013 hat Mo Diener mit Freunden das Roma Jam Session art Kollektiv gegründet, das regelmässig in künstlerischen oder politischen Kontexten auftritt. RJSaK bearbeitet bei seinen Auftritten Themen der Fremd- und Eigenzuschreibungen sowie den Status der Roma in der Gesellschaft und in den Medien und versucht damit, das soziale und kulturelle Imaginäre zu inspirieren und zu verändern. Durch Partizipation in einer Arbeitsgruppe des Bundesamtes für Kultur (BAK) bringt sich RJSaK mit künstlerischen Mitteln seit Anfang 2015 auch auf politischer Ebene ein: Das kollektiv setzt sich dort mit anderen MinderheitenvertreterInnen für die Erarbeitung von Grundlagen zur Anerkennung der Roma, Sinti und Jenischen in der Schweiz ein.

Während zweier Parallel Events führte das Kollektiv zur Manifesta11 das partizipative Performanceprojekt »Detox Dance«, das auf einem öffentlichen Platz in Squaredance-Manier aufgeführt wird, durch. Die Choreografie dieser liquiden sozialen Skulptur im Stadtraum orientiert sich an Formen der Entspannung in einer angespannten politischen und sozialen Situation. »Detox Dance« zeigt die historische, politische und kulturelle Beziehung der Schweiz zu den Roma sowie die Beziehung der einzelnen PerformerInnen zu ihrem Kontext als gemeinsames In-den-Fluss-Kommen. Das Publikum ist eingeladen, bei der Wiederholung mitzutanzen. »Detox Dance« dauert rund zwanzig Minuten und wird am Freitag den 12. Mai als STARTER serviert. JedeR kann mitmachen, tänzerische Vorkenntnisse sind keine nötig.

www.romajamsession.org

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